Wie die Bestie „Nichts“, mit der Angst spielt


Jeder Tag ist ein guter Tag, wenn man ihn erleben darf

Dunkelheit.
Nein, stimmt nicht.
Dunkelheit hat ja immer noch Licht und die Augen können noch ein wenig aufnehmen.
Nein, das ist ein Dunkel in der Dunkelheit, vielleicht – „Rabenschwarz“?

Meine Augen möchten was sehen, mein Gehirn sagt mir, dass da was ist.
Es ist aber Rabenschwarz um mich rum, überall.
Vor mir, hinter mir, unter mir, über mir.
Überall.
Nacht?
Nein, oder doch?
Ich weiß es nicht. Kann eine Nacht so Tiefschwarz sein, so undurchdringlich?

Da ist was, aber wo? Und vor allem, was?
Die Gedanken versuchen verzweifelt die Ruhe zu bewahren. Das Herz nimmt einen unkontrollierten schnellen Rhythmus an.

Ich gehe, einen Weg oder was auch immer.
Nein, doch nicht.
Ich höre keine Schritte. Nichts zu hören, aber ich gehe doch, oder nicht?
Jetzt, wo ich versuche meine Schritte zu hören, ist da was. Ein Geräusch, aber keine Schritte.
Ich gehe doch aber, ganz sicher!
Jetzt, wo ich mich mehr auf die Geräusche konzentriere, höre ich was, aber was?
Was ist es?
Keine Schritte.
Ein Nichts um mich rum.
Das Herz schlägt schon in den Schläfen, Panik will aufkommen.
Angst schnürt mir die Kehle zu – ich ringe nach Luft!
Eine unbestimmte Kälte schleicht sich den Rücken entlang, breitet sich im Körper aus.

Etwas klebt nass und schwer an meinem Körper.
Nass, schwer und es zieht mich nach unten. Aber wo hin, ins Nichts?
Jetzt!
Mit einem mal, fühle ich es.
Er ist nass. Sehr nass. Und es scheint von oben zu kommen, aus dem Nichts. Aber ich weiß es nicht so genau.
Wenn im Nichts keine Richtung ist, wo ist dann oben?
Jetzt höre ich auch wieder das Geräusch. Keine Schritte, obwohl ich immer noch gehe, sagt mir mein Gehirn.
Ich gehe doch – Verdammt nochmal!
Ein Rauschen ist es. Mal in weiter Ferne, im Nichts. Ohne Richtung rauscht es.
Dann wieder etwas näher – und ich werde nass.

Es ist noch da.
Etwas was die Angst, fast unerträglich werden lässt.
Was?
Ich weiß es nicht. Überall, hier im Nichts, wo nichts mir helfen wird.
Etwas ist da, verfolgt mich.
Oder ist es vor mir?
Nein, über oder doch unter mir?

Ich habe das Gefühl, meine Schritte werden schwerer. Gehe ich noch?
Ja, ohne Schritte zu hören.
Etwas zerrt an den Füssen, habe ich keine Schuhe?
Tiefe Schritte. Ich möchte stehen bleiben, aber gehe ich denn überhaupt?
Wenn nicht, kann ich auch nicht stehen bleiben. Aber ich geh, sag die Angstfreie Zone im Kopf, die sowas von minimal ist.
Knöcheltief versinke ich in Etwas. Etwas weiches. saugendes. Festhalten will es mich, ich will gehen. es wird schwerer. Ich gehe.
Du gehst noch, meldet das Gehirn.
Nackenhaare sträuben sich, ein blödes kribbeln auf dem Rücken. Kalt und unbarmherzig greift diese Kälte nach meinem Herzen.
Wie verrückt schlägt es, das Herz. Es bollert gegen die Brust, nimmt mir den Atem.

Es ist noch da, dieses etwas, was da seit Anbeginn ist. Irgendwo, da im Nichts.
Ich will schreien, um Hilfe rufen. Kein Laut kommt aus der Kehle, die Stimmbänder versagen ihren Dienst. Oder habe ich vielleicht doch geschrieen?
Ich höre nichts, im Nichts. Ich sehe nichts, im Nichts. Ich gehe nicht, im Nichts.
Nichts geht mehr, im Nichts!
Es gibt keine Angstfreie Zone mehr im Kopf. Sie ist übermächtig die Angst, Panik will mich antreiben. Laufen, schreien.
Nur weg hier.
Die Bestie Nichts ist noch da – überall ist sie!

Ich komme nicht mehr vorwärts. Bis zu den Knien stecke ich fest.
In was?
Was ist das?
Ich kann es nicht sehen. Nicht Anfassen. Mir schaudert beim Gedanken. Noch mehr Angst.
Ein vorwärts kommen ist unmöglich. Ebenso ein Schrei, ein Hilfe Ruf.

Endlich ein Schrei. Nichts zu hören. Noch ein Schrei. Nichts.
Aber ich habe doch Hilfe geschrien, ganz deutlich habe ich es für mich wahrgenommen.. Nichts zu hören.
Nicht einmal dieses Rauschen.

Ich stecke fest in dieser Undurchdringlichkeit, des Nichts.
Es zerrt und reißt an mir. Was immer es auch sein mag.
Bis zu den Hüften stecke ich fest. Glibber, Schleim, es zerrt, lässt nicht los.
Immer tiefer, ein hilfloser Schrei. Ein letztes Gurgeln … …
Das Nichts, nein die Bestie Nichts hat mich aufgesaugt.

Ich falle ins Dunkel. In eine undurchdringliche Dunkelheit. In die Rabenschwarze Unendlichkeit. Und falle, falle ins Nichts.
Alles dreht sich. Es gibt kein links, rechts, vorne, hinten, oben oder unten.
Ich falle ins Nichts aus dem Nichts.

Ein neuer Tag

Der Morgen graut. Es ist  kalt. Ich friere erbärmlich. Der Kopf tut mir weh, sehr weh. Es hämmert gegen die Schädeldecke.

Schwankend komme ich auf die Füsse, die Beine wollen noch nicht so, wie sie sollten. Die Funktion ist eingeschränkt.
Der Fußboden ist eindeutig zu hart zum schlafen.

Ich hasse es wenn ich so ins Bodenlose falle. Dabei ist es ja nur die kurze Entfernung vom Bett, auf den ungemütlichen Fußboden.
Schitt. Der Schädel brummt und der Durst plagt mich.
Es war „nur“ ein Alptraum!

Die ersten Vögel rufen die Sonne.
Wieder ein Tag der so richtig beschissen anfängt.

Daran ändern auch die Vögel vorm Fenster nichts, obwohl ich die Stimmen in der morgendlichen Stille, sehr mag. Ich liebe es, erst zaghaft und dann stimmen immer mehr Vögel in diese morgendlichen Rufe ein. Ein sehr angenehmes Gefühl breitet sich dann im Herzen aus, unschlagbar am frühen Morgen.

Die Natur zeigt uns immer wieder, wie schön sie doch ist und wie wundervoll das Leben sein kann.
Es wird ein guter Tag.
Jeder Tag ist ein guter Tag, wenn man ihn erleben darf.

Einen freundschaftlichen Gruß

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