Textschmiede der Unbekannten


Textschmiede der Unbekannten – GedankenWorte –

Ein Kleiner bin ich nur
ich lebe mit Protest, das dagegen sein
manchmal bin ich aber lieber dafür
dann schreibe ich meine Zeilen
in der kleinen Stube
ich lebe nicht wirklich allein
der Protest, wohnt schon ewig bei mir

meinen Schrei, der täglich erschallt
wird nicht gehört
so viele, gleichförmig im Strudel
der Geschehnisse
Schweigen der Menge, erdulden in der Angst
meine Worte, ich schreibe sie dir
du willst sie nicht lesen
schon gar nicht hören
Wahrheit durch Lügen ersetzt
auch schon bei mir?
Niemand kann noch unterscheiden
niemand will unterscheiden
keine Wahrheit wird gesucht
Lügenpresse bestimmt die Meinung
weil Niemand eine Meinung selber sucht
deine Meinung, deine Wahrheit
der Mainstream sie bestimmt

Ein kleiner Schreiberling
den kaum einer liest
warum sollte es auch jemand tun?
ich gehöre nicht zu den Großen
schreibe meine Texte
manchmal Poesie, Gedichte und Reime
und manchmal auch einen Kommentar
oder eine Kolumne
bin ohne Namen
wo sind die Anderen
die die gehört werden?
kein Protest, keine Meinung
kein dagegen oder auch dafür
Namen fehlen
die der Aufmerksamkeit zugetan
wo sind sie hin
die Denker und Philosophen
die Dichter und Autoren
die Künstler der Worte
die Künstler der bildlichen Kunst
die vielen Künstler der Musik?
Angstschweiß auf ihrer Stirn
tropft schmerzhaft auf ihr Schweigen

Ein kleiner Unbekannter nur
schreibe meine Texte
die auch meine Lieder sind
Lieder der Stimmung, der Meinung
mit Wehmut und auch mit Wut
Lieder die auch plagen
in mir nagen und toben
Wahrheitsliebe bedroht
durch Hass und Hetze
Lügen auf allen Kanälen
Glaube und Gesetze, getreten von derben Gestalten

Ein Kleiner nur, den niemand liest
wo sind die guten Namen
diese ganzen Bekannten
die jemanden erreichen können
die gehört oder auch erhört werden?

Ein Kleiner bin ich nur
ein kleiner Schreiberling
in der Textschmiede, der unbekannten Schreiber
der in seinen Tränen versinkt
sieht denn niemand
die großen Seelen Tropfen
ein Rinnsal im Dreck des Schweigens versiegt.

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Tanjas Bunte Welt
Gast
Tanjas Bunte Welt

So höre mich an du kleiner Schreiberling und bewahre dir deine Worte. Gehört wirst du und bist nicht allein, doch bin ich kein Großer und werde es nie sein. Ich kann dir ein Ohr anbieten, deine Zeilen lesen und dich verstehen, doch wenn du mich nicht hörst, wirst du alleine bleiben. Deine Tränen nie versiegen und ewig Kummer an dir nagen. Hörst du mich, du bist nicht allein, ich und du wir sind klein, doch lass unsere gemeinsamen Worte laut erhalten, damit auch der Größte mit tränemerstickter Stimme verstummt und Anteil nimmt. Seelen Bäumen sich auf und die Zeiten werden… Weiterlesen »

Jürgen M. Brandtner
Gast

Sicher doch wirst du gelesen. Vielleicht von zu wenigen. Ja. Der Name, ach! Bestimmt von zu wenigen. Was schade ist. Denn du hast was zu sagen. Doch eben nicht den Namen eines Großen. Die, die Großen, die wirklich Großen … Nun, ich kenne keinen. Vielleicht gibt es mehr, die etwas sagen, als wir wissen. Doch woher sollten wir? Unser aller Medien sind ja zu sehr damit beschäftigt uns die mäßig Großen schmackhaft zu machen. Die ihrerseits vielleicht mit dem Bücken nach oben und sicher oft mit dem Treten nach unten genug zu tun haben. Die sich rund und rund und… Weiterlesen »

Anne-Marit
Gast

Was kann ich Kleine da noch sagen? Du weißt: Ich lese und ich teile Dich. Irgendwo hat es auch alles System. Man wird durch Presse und andere Medien so zugelullt, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Das hat sich mit dem Internet noch mal verschärft. Und man muss wirklich nach Leuten mit der Lupe suchen, die einem was erklären bzw. das auch können. Obwohl, heute habe ich irgendwo gelesen, dass man die Welt nicht verstehen muss, sondern man muss sich in ihr zu bewegen wissen. Tja, wie soll das funktionieren, wenn man nichts mehr versteht. Hab… Weiterlesen »

Anne-Marit
Gast

Ah ja, was ich noch sagen wollte: Eine tolle Schreibmaschine da oben. Auf einer Ähnlichen, bei uns hieß sie Erika, habe ich in meinem allerersten Büro getippt.

Sylvia Kling - Autorin
Gast

Meine Meinung dazu ist bekannt. Doch langsam will ich auch nicht mehr. Es wird doch im Netz nur gelabert. Wenn es Zeit ist zu handeln, ist niemand mehr da.
Standhaftigkeit scheint obsolet zu sein, nicht wahr?

Es wird meinerseits keine Aufrufe an Künstler mehr geben. Auch meine Kraft hat Grenzen.
Klein? Klein wie ein Kieselstein – so klein? Ja, das kann sein.

Ich jedenfalls möchte mir im Spiegel noch in die Augen sehen können.
Lass uns deshalb bleiben – wenn auch klein.

Sylvia

trackback

[…] war letztendlich die gemeinsame Facebook Fanseite mit Anne-Marit Strandborg und ein Gedicht von mir, mit einem tiefgründigen und Mut machenden Kommentar von Jürgen M. Brandtner. So wurde dann mehr […]

Sylvia Kling - Autorin
Gast

Es gibt sie – die Dichter und Philosophen. Doch man jagt ihre Worte nicht so durch die Medien, wie die anderer. Sie sind nicht Sau genug….