Es ist Winter und die Natur schweigt


Seelen Gedanken – und es ist Winter!

Die Schritte klingen hohl, hölzern kommt der Laut zurück. Die Hände tief in der dicken Jacke versteckt und trotz der Handschuhe an den Fingern, sind diese kalt. Dick gefütterte Stiefel gehen auf dem Holzsteg, bedächtig und langsam, ohne Hast und Eile. Niemand treibt die Beine, die kalt sind in der Hose. Der Atem lässt kleine Tröpfchen im Bart glitzern und in der Kälte erfrieren.

Amrum - BohlenwegGedankenverloren, tief in sich hinein lauschend und noch ist kein klarer Gedanke zu erkennen. Das Herz scheint rasend schnell zu pochen, doch es ist eine Täuschung, denn der Schritt ist immer noch ohne Hast und Eile. Es sind die Gefühle, der Schrei der Seele, der das Herz antreibt und ihn so sehr quält.

Der hölzerne Schritt verstummt, er lauscht in den Wind, die Mütze in der Hand, die Ohren werden kalt.
Stille, einfach nur Stille um ihn rum.
Der Blick wandert am Horizont entlang, streift die nahen Dünen, so als suchte er mit den Augen nach einem Geräusch. Strandhafer bewegt sich im Wind, ein rauschen, fast so wie die seichte Dünung der Wellen am Strand.
Nichts ist zu sehen, nichts ist zu hören, nur der Wind, der in den Dünen mit dem Strandhafer spielt. Keine Möwe am strahlend blauen Himmel über ihm, auch am Horizont ist kein weißer Flügelschlag zu erspähen. Kein Wattläufer, der mit seinem piepsenden Schrei das Windspiel stört und kein einsamer Wanderer, der vielleicht irgendwo seinen Weg queren wird.

Die Natur schweigt!

… nur der Wind in den Dünen ist zu sehen und zu hören.

Mit gesenktem Kopf, die Mütze wärmt die kalten Ohren, gehen die dicken Stiefel ihren Weg.
Er denkt noch an das Schweigen der Natur, auch das Sehen war blind.

War es nicht auch das Schweigen, welches so erdrückend war und die Blindheit, die ihn geblendet hat, nicht das zu hören und das zu sehen, was da wirklich war ?

Er war sich so sicher, so überheblich und arrogant, dass er angenommen hatte … ja, was denn eigentlich ?
Dass es ewig währt ?
Dass er der Mann sein könnte, dieser Eine,
der Prinz vielleicht ? Amrum - Niedergang Kniepsand
Die große Liebe … paaah …

Die gefütterten Stiefel bleiben stehen, fast hätten sie den Holzsteg verfehlt. Das Wasser der Seele auf den Wangen, der eisige Wind brennt es in das kalte Gesicht.
Die Beine, ziemlich kalt, gefroren, wollen zurück, sich aufwärmen …

… müde wirkt jetzt der Schritt, hohl und hölzern ist der Klang der Stiefel auf dem Holzsteg, in den Dünen, wo der Wind mit dem Strandhafer spielt.

Das Herz ist schwer, Trauer und Enttäuschung, Wut und auch Bitterkeit lässt die Seele weinen.

Die Hände tief in der dicken Jacke versteckt und trotz der Handschuhe an den Fingern, sind diese kalt. Der Schritt ist etwas schneller nun und die kleinen Tröpfchen im Bart glitzern, der eisige Wind lässt sie in der Kälte erfrieren …

… es ist Winter und die Natur schweigt.

Einen freundschaftlichen Gruß

Copyright © 2015/2016 & Urheber gem. § 7 UrhG, Ede-Peter (Ede) – Alle Rechte vorbehalten

Folge mir auf   Folge mir auf

Werbung

 

image_pdfimage_print

2
Hinterlasse einen Kommentar

✎✎✎

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

  Abonnieren  
neueste älteste meiste Bewertungen
Benachrichtige mich bei
Hans
Gast
Hans

Hallo Ede,
ich wünsche von ganzem Herzen, dass die stumme Natur bald wieder ihre Stimme erhebt. Die Stimme jedenfalls, die der Seele wieder ein „vorsichtiges“ Lächeln schenkt. Die Stimme, die die Seele einen Moment der Heiterkeitkeit beschert.
LG Hans.

Ede Peter
Gast

Es sind alte Geschichten Hans, lang ist vorbei, doch gehören sie irgendwie zum Ablauf. Es hilft aber manches was einem dann gerade einfällt nieder zu schreiben. Oftmals kann man sich später für bestimmte Handlungen regelrecht „Hassen“ (nicht wörtlich) und man bedauert die Dinge die geschehen sind. Aber sie sind nun mal geschehen und man kann nur lernen damit umzugehen und daraus zu lerne.Im Beitrag ist das Schweigen sinnbildlich für beides, das hast du schon richtig erkannt und ich danke dir für deine hilfreichen Worte (ist ja nicht das erste mal).Aber die Natur kann wirklich schweigen, manchmal eine unheimliche Stille, aber… Weiterlesen »